Indien und Nepal
Raw Silk
Matt statt glänzend — Seide mit Struktur und Charakter.
Auch bekannt als: Rohseide / Wildseide
Rohseide behält einen Teil des Seidenleims (Sericin), der bei klassischer Seide vollständig ausgekocht wird. Das Ergebnis ist matter, griffiger und deutlich strukturierter — mit sichtbaren Verdickungen im Faden.
Unter den Wildseiden sind vor allem drei verbreitet: Tussah, gewonnen von wild lebenden Seidenspinnern; Muga mit ihrem goldenen Ton; und Eri, oft „Friedensseide" genannt, weil der Falter den Kokon vor der Verarbeitung verlässt.
Weil die Kokons wilder Spinner unterschiedlich groß sind, schwankt der Faden natürlicherweise in Stärke und Farbe. Genau das macht den Stoff erkennbar.
Eigenschaften
- Optik
- matter Schimmer statt Hochglanz, sichtbare Schussverdickungen
- Klima
- temperaturausgleichend, angenehm auf der Haut
- Griff
- trockener und griffiger als Maulbeerseide
- Eri-Seide
- der Falter verlässt den Kokon vor der Ernte
Pflege
- Handwäsche kalt mit Seidenwaschmittel oder Reinigung — nie heiß.
- Nicht wringen, sondern in einem Handtuch ausdrücken.
- Vor direkter Sonne schützen; Seide bleicht aus.
- Bügeln nur von links, auf niedriger Stufe, leicht feucht.
Woran du es erkennst
Ziehe den Stoff durchs Licht: Rohseide zeigt unregelmäßige Verdickungen (Slubs) und schimmert stumpf. Glatter, gleichmäßiger Hochglanz spricht für entbastete Maulbeerseide.