Indien
Khadi
Handgesponnen, handgewebt — kein Stoff, sondern eine Haltung.
Auch bekannt als: Khadi-Baumwolle
Khadi ist streng genommen keine Faser, sondern ein Verfahren: Garn wird von Hand am Spinnrad (Charkha) gesponnen und anschließend auf einem Handwebstuhl verwoben. Meist geschieht das mit Baumwolle, es gibt aber ebenso Khadi aus Seide oder Wolle.
Der Stoff wurde im frühen 20. Jahrhundert zum Symbol der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Mahatma Gandhi machte das Spinnen zum täglichen Gestus der Selbstbestimmung — ein Gegenentwurf zu industriell importierter Ware. Bis heute steht Khadi für dezentrale Handarbeit statt Fabrikproduktion.
Weil jeder Faden von Hand entsteht, ist das Gewebe nie ganz gleichmäßig. Feine Verdickungen, minimal unterschiedliche Fadenstärken und eine lebendige Oberfläche sind kein Fehler, sondern der Beweis der Handarbeit.
Eigenschaften
- Herstellung
- handgesponnen (Charkha), handgewebt
- Griff
- trocken, leicht körnig, wird mit jeder Wäsche weicher
- Klima
- kühlt im Sommer, wärmt in Schichten — die lockere Webung speichert Luft
- Energie
- kommt ohne Strom für Spinnen und Weben aus
- Besonderheit
- wird über Jahre schöner statt schlechter
Pflege
- Erste Wäsche kalt und separat — handgesponnene Naturgarne geben etwas Farbe ab.
- Handwäsche oder Schonwaschgang bis 30 °C, mildes Waschmittel.
- Im Schatten trocknen; direkte Sonne bleicht pflanzlich gefärbte Stoffe aus.
- Leichtes Einlaufen bei der ersten Wäsche ist normal.
Woran du es erkennst
Halte den Stoff gegen das Licht: Bei Khadi siehst du unregelmäßige Fadenstärken und eine leicht wolkige Struktur. Maschinenware ist gleichmäßig wie ein Raster.